Der Zerstreuungskreis

Zerstreuungskreise entstehen in der Fotografie bei Unschärfe im Bild, also wenn die Projektion eines Punktes eines Motivs außerhalb der Projektionsebene liegt oder wenn durch Beugung ein zu projizierender Lichtpunkt unscharf abgebildet wird.
Besondere Bedeutung erlangt der Zerstreuungskreis bei der Berechnung der Schärfentiefe. Vom Objektiv aus gesehen entsteht bei einer fokussierten Abbildung ein Lichtkegel, dessen Spitze im Falle einer korrekten Fokussierung genau die Filmebene trifft. Bei einer Abweichung davon wird die Spitze abgeschnitten oder über die Filmebene hinaus projiziert. Daher entstehen Zerstreuungskreise (eigentlich Kegelschnitte und somit - abseits der optischen Achse - Ellipsen), die ab einer bestimmten Größe für ein bestimmtes Filmformat als Unschärfe definiert werden.

Berechnung

Die Größe des Zerstreungskreises wird in der Regel in mm oder μm angegeben. Als Faustformel kann man Z = d / 1500 verwenden, wobei d in diesem Falle dem Durchmesser des Aufnahmemediums in mm entspricht. Erstellt man Ausschnittsvergrößerungen, so muß man dies auch berücksichtigen, indem man nur den Teil der Fläche für die Berechnung verwendet, die auch für die Vergrößerung verwendet wird. Ebenso spielt der Betrachtungsabstand eine Rolle, geht man näher an ein Bild heran, so ist auch ein kleinerer Zerstreuungskreis nötig, um einen scharfen Eindruck zu erhalten.

Beispiele

Aufnahmeformat Abbildungsgröße Z
1/2,7"-Digitalkamera-Sensor 6,3 mm Diagonale 0,004 mm
2/3"-Digitalkamera-Sensor 11,2 mm Diagonale 0,008 mm
4/3-Typ ("Four Thirds")-Digitalkamera-Sensor 22,5 mm Diagonale 0,015 mm
APS-C Digitalkamera-Sensor 27 mm Diagonale 0,018 mm
Kleinbildformat 24 x 36 mm; 43,2 mm Diagonale 0,03 mm
Mittelformat z. B. 57 x 57 mm 0,05 mm
Großformate z. B. 9 x 12 cm 0,09 bzw. 0,1 mm