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Extreme Makroaufnahmen mit dem Kupplungsring – Objektiv in Umkehrstellung

Wer Makros erstellen will, hat bis zu einer Vergrößerung von 1:1 meist recht leichtes Spiel, hier gibt es von den verschiedenen Herstellern passende Objektive, ich persönlich hatte mich für das Sigma 150mm/2,8 Makro entschieden und bin damit für diesen Anwendungszweck recht zufrieden. Wer einen höheren Abbildungsmaßstab erreichen möchte, hat verschiedene Möglichkeiten:

  • Nahlinsen
  • Telekonverter
  • Retroadapter bzw. Umkehrring
  • Balgengerät
  • Zwischenringe
  • Zweites Objektiv in Umkehrstellung mittels Umkehrring
  • Spezielle Lupenobjektive wie das Canon MP-E 65
  • Als wohl letzte Stufe: Mikroskopadapter

Ich möchte hier die Möglichkeit, ein zweites Objektiv in Umkehrstellung mit einem Kupplungsring (bzw. Umkehrring) näher beleuchten. Hierzu wird in das Objektiv an der Kamera ein sogenannter Kupplungsring in das Filtergewinde geschraubt, der Kupplungsring hat auf beiden Seiten ein Außengewinde, so dass nun auf der anderen Seite ein anderes Objektiv als Nahlinse aufgesetzt werden kann.

Kupplungsringe können in großer Auswahl z.B. bei Amazon bestellt werden:

Für erste Experimente kann man natürlich auch einfach ein Objektiv in Umkehrstellung vor das Objektiv an der Kamera gesetzt und notdürftig befestigt werden. Für Fallschäden wird natürlich keine Haftung übernommen ;)

Hier sieht man dies beispielsweise mit einer Canon EOS 400D, einem Sigma 150mm/2,8 und einem Tamron 28-75 f/2,8:

Makroaufnahme ohne Kupplungsring

Bereits mit dieser Kombination lassen sich recht hochwertige Aufnahmen gewinnen, nachfolgend ist der Nachwuchs von Metallpanzerwelsen zu sehen, die Eier haben in etwa einen Millimeter Durchmesser, die Larve war 2-3mm groß. Es lassen sich also auch durchaus bewegte Objekte ablichten.

Eier des Metallpanzerwels

Larve des Metallpanzerwels

Die professionellere Variante hingegen ist die mit dem oben beschriebenen Kupplungsring. Hier können alle Teile fest verschraubt werden.

Makroaufnahme mit Kupplungsring

Vor- und Nachteile der Anwendung dieser Technik

Vorteile:

  • Der Abbildungsmaßstab ist nur abhängig von den verwendeten Objektiven
  • Die Bildqualität ist sehr gut
  • Hoher Abbildungsmaßstab zu geringem Preis

Nachteile:

  • mit wachsender Vergrößerung sinkt die Schärfentiefe stark ab
  • Das Sucherbild wird mit großen Abbildungsmaßstab sehr dunkel, eine starke Beleuchtung ist fast schon Pflicht
  • Der Autofokus versagt in aller Regel, die Fokussierung erfolgt im Großen und Ganzen nur über die Entfernung zwischen Kamera und Objekt
  • Nur ein geringer Bereich kann scharf gestellt werden, dieser befindet sich direkt vor der vordersten Linse
  • Je nach angewendeten Objektiven mehr oder minder starke Vignettierung

Welche Eigenschaften braucht das Vorsatzobjektiv?

Im Allgemeinen sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Die Brennweite des Vorsatzobjektives bestimmt den Abbildungsmaßstab
  • Je größer die maximale Blendenöffnung, desto heller ist das Sucherbild
  • Die Blende des Vorsatzobjektives bestimmt in der Regel die Schärfentiefe, also je kleiner die Blende, desto größer die Schärfentiefe
  • Je größer die Frontlinse, desto geringer die Vignettierung

Maßstab: Wie groß ist die “Vergrößerung”?

Der Abbildungsmaßstab einer solchen Kombination läßt sich leicht berechnen: Die Brennweite des Objektives an der Kamera wird durch die Brennweite des Vorsatzobjektives geteilt. Hat man z.B. vor ein Objektiv mit 200mm Brennweite eines mit 50mm Brennweite geschraubt, ist der Maßstab 4:1, alle Objekte werden also mit vierfacher Vergrößerung dargestellt. Ein Objekt, das in Wirklichkeit 1mm lang ist, wird auf dem Sensor mit 4mm dargestellt.

Nachfolgend folgen einige Beispiele für die Anwendung. Das Objekt der Begierde war ein kleines Schneckenhaus einer Blasenschnecke, dessen Bewohner bereits das Zeitliche gesegnet hat. Es ist in etwa 5mm lang. Zuerst der Aufbau:

Der Aufbau für die Bilder mit dem Kupplungsring

Zum Vergleich wurde mit einem normalen Makrobjektiv eine 1:1 Aufnahme gemacht, wie man sieht, ist das Schneckenhaus leider nicht wirklich formatfüllend. Normalerweise wäre an dieser Stelle Schluss. Wie bei allen folgenden Bildern handelt es sich um eine direkte Verkleinerung des Gesamtbildes, um einen Größenvergleich zu haben.

Schneckenhaus einer Blasenschnecke

Nun wurde als Objektiv an die Kamera das Canon EF 70-200 f/2,8L geschraubt, als Vorsatzobjektiv diente das Tamron 28-75 f/2,8. Diese Kombination ist sicherlich nicht optimal bezüglich der Bildqualität, kann aber durch die beiden Zoomobjektive ein breites Spektrum an Maßstäben darstellen. Durch die recht geringe Öffnung des Tamron kommt es teilweise zu heftigen Vignettierungen, wenn man das Canon abblendet. Diese sollen aber nicht Ziel des Vergleiches sein, sondern nur aufzeigen, dass nicht jede Kombination von Objektiven nutzbar ist. Wie man sieht, kommt man bei gleichen Brennweiten, in diesem Fall etwa 75mm zu einem 1:1-Abbildungsmaßstab wie auch mit dem Makrobjektiv.

Schneckenhaus einer Blasenschnecke

Nun wurden die Brennweiten angepaßt, um höhere Maßstäbe zu erzielen.

Abbildungsmaßstab 2:1

Schneckenhaus einer Blasenschnecke

Abbildungsmaßstab 3:1

Schneckenhaus einer Blasenschnecke

Abbildungsmaßstab 4:1

Schneckenhaus einer Blasenschnecke

Abbildungsmaßstab 5:1. Hier ist mit dem Lupenobjektiv Canon MP-E 65 Schluss.

Schneckenhaus einer Blasenschnecke

Abbildungsmaßstab 7:1

Schneckenhaus einer Blasenschnecke

Nun wurden einige Aufnahmen in diesem (7:1) Vergrößerungsmaßstab gestackt, um eine größere Ausdehnung der Schärfentiefe zu Erreichen. Zum Stacking des Makros kam die Software CombineZM zum Einsatz. Hierbei erhöht sich natürlich die Qualität der Aufnahme. Rechts ein 1:1 Ausschnitt aus dem Bild.

Schneckenhaus einer Blasenschnecke - gestackt Schneckenhaus einer Blasenschnecke - gestackt

Abschliessend kam noch das Kit-Objektiv der Canon EOS 400D zum Einsatz, um auch einen Vergleich mit einer Brennweitenkombination von 200mm und 18mm erhalten zu können. Der Vergrößerungsmaßstab beträgt in etwa 11:1. Auch hier ist ein 1:1-Ausschnitt aus dem Bild zusätzlich rechts abgebildet.

Schneckenhaus einer Blasenschnecke Schneckenhaus einer Blasenschnecke

Bei solch hohen Abbildungsmaßstäben ist eine zusätzliche starke Lichtquelle als Fokussierungshilfe Pflicht. Durch die geringe Schärfentiefe hilft auch eine Makroeinstellschlitten auf einem stabilen Stativ sehr.

Wer sich jetzt fragt, woher er einen solchen Kupplungsring bekommt, dem sei geholfen. Ich habe meinen via amazon.de erstanden, hier gibt es eine ganze Reihe an verschiedenen Durchmesser-Varianten.

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7 Reaktionen zu “Extreme Makroaufnahmen mit dem Kupplungsring – Objektiv in Umkehrstellung”

  1. Photography and more by leetsil - Bernhards Foto-Page

    Making of: Makrofotografie mit Kupplungsring und die Software “HeliconFocus”…

    Grüß euch,
    ich bin im Internet auf die Idee gestoßen, extreme Makroaufnahmen mit relativ geringen Investitionskosten mittels Kupplungsring/ Retroadapter/ Umkehrring  zu machen, gestoßen. Also habe ich mir auf Ebay einen solchen Zwischenring um ~12…

  2. Bernhard

    Schöner Bericht mit vielen Beispielen. Auf meiner Homepage habe ich einen Ähnlichen gepostet, mit ein paar Bildern.

    Eine Frage hätte ich noch, wie kann man sich die erreichte Vergrößerung am besten berechnen?

  3. Oliver Timmermann

    Hallo Bernhard,
    du kannst ihn ganz einfach berechnen, ein Beispiel steht im Artikel selbst unter “Maßstab: Wie groß ist die Vergrößerung”. Du musst einfach die Brennweite des Objektives vor der Kamera durch die des Vorsatzobjektives dividieren.

  4. Bernhard

    Das hab ich wohl zuvor überlesen, danke für die rasche Antwort.

    Grüße
    Bernhard

  5. wolfgang

    hi,
    danke für die tolle darstellung. was mich noch interessieren würde:
    wie wirken sich vorsatzlinsen auf die naheinstellgrenze aus?
    angenommen ich habe ein 200mm mit naheinstellgrenze 140 cm, und schraube ein 50mm vorn dran, hätte ich eine vergrösserung von 4:1, richtig?
    und die naheinstellgrenze? vergrößert oder verkürzt sich die?
    danke!
    lg wolfgang

  6. Oliver Timmermann

    Hallo Wolfgang,

    die Naheinstellgrenze verkürzt sich deutlich. Wie du oben bei den Beispielen mit den Aquarien sehen kannst, die aufgenommenen Objekte befanden sich quasi auf der Scheibe. Deine Rechnung der Vergrößerung stimmt.

  7. Martin

    Hallo,
    ich wollte mir auch das equipment für so eine “Konstruktion” zulegen.
    Ich habe aber eine Frage:
    Ich besitze ein Sigma 105mm Makro und ein Canon 18-55mm ich habe mir ausgerechnet das ich dann einen Abb.maßstab von 5,8:1 erreichen würde.
    Meine Frage ist nun: Ist das eine gute Kombination oder kommt es dabei auch zu Vignettierungen?

    Gruß,
    Martin

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